Der Buddha Mind 1: Über das Denken

Immer mal werde ich von Yoga Schülern gefragt was eine langjährige Yoga Praxis denn so mit einem macht. Und wenn ich über die Antwort nachdenke kommen mir als ersten die geistigen Aspekte in den Sinn. Klar, regelmäßige Yoga Asana Praxis zielt darauf ab den Körper gesund, geschmeidig und in seiner Vitalität zu halten.

Allerdings kann ich nach rund 17 Jahren Yoga in meinem Leben vor allem diese Erkenntnis teilen:

Yoga dehnt den Geist, erweitert das Bewusstsein und gibt uns einen neuen Blick auf die Welt und den Sinn des Lebens. Da die Praxis den Raum der Stille in uns wieder freilegt und uns den Weg dorthin zeigt, entsteht eine neue Perspektive.

Schon in den Yoga Sutren ist vermerkt, dass wir dann die Kontrolle über uns und unser Leben haben wenn es uns gelingt uns von den ewig wiederkehrenden Gedankenkreisläufen zu distanzieren und beginnen unsere Gedanken zu beobachten. Denn wenn wir feststellen, dass wir unsere Gedanken beobachten können zeigt uns dies, dass wir nicht unsere Gedanken SIND. Alleine diese Erkenntnis offenbart uns den Weg in Richtung Freiheit.

Wir können einen Schritt zurückzutreten und prüfen und beobachten was im Geist vor sich geht. Und hier wird es spannend: denn wir haben IMMER die Wahl auf die Qualität unserer Gedanken Einfluss zu nehmen, und somit auf unsere Gefühlswelt. Denken und Fühlen bilden eine Einheit.

Somit ist der erste Schritt in Richtung „neue Freiheit“ folgende Übung: Nimm dir mehrmals am Tag, 2-3 Mal reicht am Anfang schon, kurz Zeit und halte inne, trete innerlich einen Schritt zurück. Nimm wahr. Beobachte. Was denkt es in dir? Welche Qualität haben deine Gedanken? Denkt es in mir eher positiv oder destruktiv? Wie ist deine Sicht auf die Welt? Bist du im Vertrauen ins Leben oder eher in der Angst? Schnell kannst du hierbei Muster und Glaubenssätze entdecken die dir vielleicht hinderlich sind, dich blockieren und dich klein halten.

Um Veränderungen möglich zu machen braucht es deine Aufmerksamkeit und die tägliche kontinuierliche Praxis. Mache dir am Besten Notizen über das was du im Geist beobachtest und was in dir vorgeht. Führe quasi ein Gedanken Tagebuch. Stelle dir dafür alle paar Stunden den Wecker deines Handys und ziehe dich für einen kurzen Moment in den inneren Raum der Stille zurück auf den Beobachter Posten.

Diese Übung ist zu meinem persönlichen täglichen Ritual geworden. Die Gedankenkontrolle ist der erste Schritt für nachhaltige Veränderungen. Das Schöne ist: wenn wir neue Rituale in unser Leben integrieren wollen müssen wir die Dinge 4 Wochen kontinuierlich im Alltag integrieren. Nach dieser Zeit haben wir uns so daran gewöhnt dies zu praktizieren, dass wir es wie von alleine tun, die neue Übung ist zur Gewohnheit geworden.

Also: fange noch heute an! Werde der Chef im Ring J und beginne wahrzunehmen, zu beobachten und dir kleine Notizen zu machen.

In den nächsten Blog Beiträgen gehen wir dann weiter in die Tiefe und schauen uns an, wie wir Veränderung + Freiheit erlangen können.